Für eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung (Stromeffizienz-Initiative)

  • 19. März 2016
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Für eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung (Stromeffizienz-Initiative)

Was würden Sie von jemandem denken, der am Ende jedes Monats einen Drittel seines Lohnes bar auf der Bank abholt und dann im Cheminée verbrennt? Sie würden sich womöglich nicht nur wundern, Sie würden gar ärztliche Hilfe empfehlen. Und doch führen wir uns oft genauso seltsam auf, wenn es um den Stromverbrauch geht. Wir verschwenden den Strom, oft ohne jeden Nutzen – etwas bizarr, finde ich. Und Sie?

Bea Heim im Nationalrt in der Frühlingssession 2016

Natürlich, Strom hört man nicht, und riechen kann man ihn auch nicht. Das sind wohl zwei psychologische Gründe dafür, dass wir im Alltag oft gedankenlos damit umgehen und dabei vergessen, dass die Stromerzeugung immer auch Ressourcenverbrauch bedeutet und zu oft auch mit Umweltbelastungen verbunden ist. Manche Technologien der Stromerzeugung sind gar potenziell lebensgefährlich. Es ist also nichts als vernünftig, den Strom so effizient wie möglich zu nutzen. Leider gingen in den vergangenen Jahrzehnten die politischen Anreize – und für das sind wir ja verantwortlich! – in die falsche Richtung, und es ist Zeit, dies zu korrigieren; es ist Zeit, dies mit konkreten Zielen, mit konkreten Massnahmen zu korrigieren. Da ist die Stromeffizienz-Initiative eine gute Ergänzung der Energiestrategie: Sie verstärkt sie in ihren hehren Zielen.
Ein Aspekt dieser Initiative ist mir besonders wichtig: Wie alle Schritte der Energiewende, bringt auch ihre Umsetzung neue Arbeitsplätze, Arbeitsplätze mit echter Wertschöpfung. Sie stärkt die einheimische Industrie, bringt dem hiesigen Gewerbe Aufträge, Arbeit – dem Baugewerbe, der Haus-, Geräte- und Steuerungstechnik und, so denke ich, wahrscheinlich auch der Zulieferindustrie der Elektromobilität.
Wir haben es gestern mehrfach gehört: Der Schweiz droht eine Deindustrialisierung. Die Herausforderungen nach dem Franken-Fehlentscheid der Nationalbank sind gewaltig. Wir meinen, wir müssen schlicht jede Chance nutzen, um für unsere Realwirtschaft hier die richtigen Akzente zu setzen. Die Investition in Stromeffizienz ist eine solche Chance.
Ich habe, um es ironisch zu sagen, etwas gestaunt über die Argumente der Gegenseite hier im Saal, die angeblich jeden lenkenden Eingriff des Staates scheut wie der Teufel das Weihwasser und dafür den alles selber regulierenden Markt beschwört. Man kann ja durchaus dieser Idee anhängen, aber ich finde es falsch, alles über diesen einen Leisten zu schlagen. Was sie definitiv infrage stellt, ist die Tatsache, dass die gleichen Kreise jetzt die Fehlinvestitionen im atomaren Bereich unverfroren auf die Steuerzahlenden abschieben wollen, ja, dass sie nach der rettenden Hand des Staates rufen, wie bei der Swissair und bei der UBS-Rettung. Das ist nicht gerade eine vorausschauende Industriepolitik, meine ich. Die Initiative hingegen weist in die Zukunft, in Richtung technologischer Fortschritt, und darum unterstütze ich sie.
Ich fasse zusammen: Die Stromeffizienz-Initiative ist ausgewogen, und sie hat ein realistisches Ziel, nämlich die Minimierung des Ressourcenverbrauchs, ein durch und durch ökonomisches Prinzip. Die Effizienztechnologie stärkt die Wettbewerbskraft der produzierenden Wirtschaft. Die Initiative setzt die richtigen Anreize. Sie fördert zukunftsgerichtete Technologien, schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Nichts spricht eigentlich gegen diese Initiative. Im Gegenteil, sie ergänzt und sie stärkt die Ziele der Energiestrategie, und darum verdient sie unsere Unterstützung. Bedenken Sie, was für ein Signal es wäre, wenn das Parlament jetzt diese Initiative zur Ablehnung empfehlen würde. Ich glaube, wir hätten ein Glaubwürdigkeitsproblem. Bleiben wir also glaubwürdig und sagen wir zu dieser breit und parteiübergreifend abgestützten Initiative Ja.

Bildquelle: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de

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