Wärme und Strom aus dem Untergrund

  • 05. Juni 2012
  • Fragestunde Bundesrat
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Eingereichter Text
In den Untersuchungen zu den Sachplanverfahren betreffend Lagerorte für radioaktive Abfälle weist der Geologe Mark Eberhard auf mögliche Chancen für die Geothermie hin.

Wäre es technisch möglich, und wirtschaftlich sinnvoll, dass gleichzeitig mit den Nagra-Bohrungen und ihren seismologischen Messungen auch Daten für erste Prüfungen der Chancen der Geothermie in potenziellen Lagerregionen zuhanden des Bundes erfasst würden?

Leuthard Doris, Bundesrätin: Für die Beurteilung der Sicherheit von geologischen Tiefenlagern erhebt die Nagra erdwissenschaftliche Daten zum geologischen Untergrund. In Messkampagnen werden geologische und geophysikalische Eigenschaften der Erdschichten erfasst, die später detaillierter bestimmt werden, etwa durch Bohrungen und weitere Messungen und Analysen wie zum Beispiel Temperaturmessungen, und es wird auch das Auftreten von wasserführenden Schichten und deren hydrologischen Eigenschaften abgeklärt. Prinzipiell ist es möglich, dass gleichzeitig mit den Nagra-Bohrungen und den begleitenden Messkampagnen auch das Geothermiepotenzial adressiert werden kann; dies obwohl die spezifischen Fragestellungen bei den geologischen Tiefenlagern nicht deckungsgleich sind mit denjenigen der Geothermie und die relevanten Schichten für die Tiefenlager für radioaktive Abfälle meist in geringeren Tiefen zu finden sind als jene für eine Geothermienutzung. Es ergeben sich also gewisse Synergien, jedoch müssen die Urheber- und Benutzerrechte im Einzelfall abgeklärt und eingehalten werden.

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