Abzocker schonen – das Volk abstrafen? – Nein!

  • 04. September 2010
  • Medien
  • 0 Kommentare
Abzocker schonen – das Volk abstrafen?  – Nein!

Für die Verursacher der Arbeitslosigkeit hat der Bund Milliarden aufgewendet (UBSRettung).  Und weiter geht’s, noch eins oben drauf. Die millionenstarken Manager-  Boni und Kaderlöhne sollen auch bei der ALV-Revision geschont werden.  Umso happiger sollen die Opfer von Wirtschaftskrisen an die Kasse kommen:  höhere Beiträge für weniger Leistung, für weniger Schutz.

Ich meine, man soll die Arbeitslosigkeit  bekämpfen und nicht die Arbeitslosen. Ganz besonders hart würde die Revision  die jüngeren und älteren Arbeitnehmenden treffen.

Für die Älteren wäre das  äusserst bitter. Sie, die jahrelang ihren Obulus an die Versicherung geleistet haben,  sollen sich mit weniger Leistungen abfinden und letztlich von der Sozialhilfe leben müssen? Sie, die jahrelang für den Wohlstand der Gesellschaft gearbeitet haben, will die Politik nun im Stich lassen. Hätte die bürgerliche Politik 2003 die Solidaritätsbeiträge nicht gestrichen und die Beiträge nur auf die heute geplanten 2,2% gesenkt, schriebe die ALV keine roten Zahlen! 

Sollen Leute, die ihre Arbeit verlieren nun für die Fehler der Politik bluten? Nein!  Das Alter wird abgestraft: Über 55-jährige erhalten heute bei 1,5 Jahre Beitragszeit  2 Jahre lang Taggelder. Künftig müssen sie 2 Jahre Beträge bezahlt haben, um für 2  Jahre Taggelder zu erhalten.

Was heisst das? 

Beispiele:
1.    Ein Mann, 57-jährig, findet nach längerer Arbeitslosigkeit wieder eine Stelle. Verliert  sie aber nach 1 Jahr wieder, z.B. weil der Betrieb dicht macht. Kommt die Revision,  wird er nur noch 400 Tage statt 520 Zeit haben, um einen Job zu finden. Gelingt es  ihm nicht innerhalb von 400 Tagen, also bis er 60 ist, muss er zur Sozialhilfe. 

2.    Eine Frau, 58 jährig, kaufmännische Angestellte, hat mit 56 Jahren eine neue Stelle  angetreten. Kurz darauf erkrankte sie an Krebs. Nach 3 Monaten stand sie ohne  Stelle da. Nach mehr als 1 Jahr Therapie kann sie wieder in den Beruf einsteigen.  Mit dem neuen Gesetz hat diese Frau nur Anspruch auf 90 Taggelder statt wie bisher  auf 260. Sie muss zur Sozialhilfe. 

Krise und Arbeitslosigkeit haben gesamtgesellschaftliche Ursachen. Also sind  sie auch gesamtgesellschaftlich zu tragen. Lösung: das AHV-Modell als Vorbild für die ALV.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert