Schmuddelschrift soll verschwinden

  • 14. Februar 2010
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Spitäler führen elektronische Systeme ein – Nationalrätin reicht Motion ein  – Margrit Kessler von der Stiftung für Patientenschutz sind tragische Fälle aufgrund vermeidbarer Fehlmedikationen bekannt. Vor wenigen Monaten verlor eine unheilbar kranke Frau einen Prozess gegen ein Kantonsspital, das ihr trotz zuvor ausgestelltem Allergiepass ein Medikament verabreichte, das zu einem Herz- und Atemstillstand sowie einem bleibenden Hirnschaden führte.

Mit einem elektronischen Medikationsverordnungssystem wäre dieser Fehler nicht passiert. Denn damit können nicht nur «sämtliche Fehler eliminiert werden, die durch unleserliche Handschrift provoziert werden», wie Hendrik Kohlhof, der Mitentwickler des entsprechenden Programms eMed des Inselspitals Bern, sagt. Das System gibt zudem bei einem Allergieeintrag eine Warnung ab und weist Ärzte auch auf gefährliche Wechselwirkungen mit bereits verabreichten Medikamenten hin.

Das eMed-System wird in rund zwanzig Spitälern benutzt. In Baden, Aarau und Interlaken soll es diesen Frühling eingeführt werden. Auch das Universitätsspital Zürich hat auf ausgewählten Pilotstationen ein System zur elektronischen Verordnung von Arzneimitteln eingeführt.

SP-Nationalrätin Bea Heim genügen die Bemühungen einzelner Spitäler nicht: «Der Bund muss erreichen, dass die Kantone in ihren Leistungsverträgen mit den Spitälern elektronische Verordnungssysteme zur Bedingung machen.» Die Investitionen würden durch die Einsparungen in Jahresfrist wettgemacht. Die Solothurnerin hatte vor bald drei Jahren eine von 102 Nationalräten unterschriebene Motion zur Erhöhung der Medikationssicherheit eingereicht. Getan hat sich seither nicht viel. «Die Antworten des Bundesrates auf meine damals eingereichte Motion waren ungenügend», so Bea Heim .

Im März plant sie deshalb eine neue Motion: Der Bund solle das Ausmass der Arzneimittelfehler und deren Kostenfolgen untersuchen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der Medikationssicherheit aufzeigen.

Yves Demuth

Quelle: Sonntag vom 14. Februar 2010

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