Action now! – Für unsere Jungen!

  • 07. Februar 2005
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Die Zahl der Arbeitssuchenden ist für die Schweiz ungewohnt hoch. Besonders traurig stimmt die Jugendarbeitslosigkeit. Sie hat sich seit 1999 verdreifacht. Das ist Zündstoff für die Gesellschaft. Die Politik muss handeln, hätte längst handeln müssen.

Schon über zehn Jahre dauert nun die Wirtschaftsflaute, verursacht Arbeitslosigkeit, invalidisiert Arbeitnehmende, treibt Firmenkonkurse in Rekordhöhen und sie hat eine seit Jahren anhaltende Lehrstellenmisere und Jugendarbeitslosigkeit zur Folge. Alle politischen Anstösse für Investitionsprogramme und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit prallten an der bürgerlichen Front ab. In ideologischer Verblendung peitschte diese die Kürzung der Arbeitslosenversicherung durch: Nun gibt sie sich verwundert über die steigenden Sozialhilfekosten. Sie fordert ein höheres Rentenalter und längere Arbeitszeiten. Wo finden sich die dafür nötigen Arbeitsplätze? Junge wie Ältere wollen Arbeit und ein vernünftiges Einkommen! Doch wo sind die Lehrstellen, wo die Praktikumsmöglichkeiten?

Anpacken!
Eine der Aufgaben von Wirtschaft und Staat ist es, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Auch wenn gewisse Wirtschaftskapitäne dies nicht wahrhaben wollen. Eine Region und ein Land haben nur dann eine friedliche Zukunft, wenn die Leute Arbeit und Verdienst finden. Politik und Wirtschaft stehen in der Pflicht, die Jugend- wie die Altersarbeitslosigkeit offensiver anzugehen. Es ist deprimierend, eigentlich arbeiten zu können, dies auch zu wollen und doch nicht gebraucht zu werden. Wer sich hier nicht engagiert, braucht sich nicht über die steigenden Gesundheits- und Sozialkosten zu wundern, auch nicht über die Jugendgewalt. Immer wieder zeigen Jugendanwälte diese Zusammenhänge auf. In verschiedenen Kantonen wurde Einiges gegen die Jugendarbeitslosigkeit unternommen. Insgesamt aber reicht es nicht. Bund und Kantone müssen ein Sofortprogramm gegen die Jugendarbeitslosigkeit starten. Worauf wartet Herr Deiss noch in dieser Krisensituation?

Jetzt – einen Pakt gegen die Jugendarbeitslosigkeit.
Endlich kommt Bewegung in das Ganze. SP, FDP und der Arbeitgeberdirektor Peter Hasler planen einen Pakt gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Anpacken heisst die Devise. Die Rezepte sind ja bekannt. Förderung und Unterstützung von Lehrbetriebsverbünden, Finanzierung von Basislehrjahren, Bildung von Branchenfonds – vieles ist im Berufsbildungsgesetz vorgesehen. Aber es mangelt an der Umsetzung. Neue Wege und Ideen braucht es allerdings für Jugendliche mit Bildungsmankos und für die wachsende Zahl von Jungen, die nach erfolgreicher Ausbildung keine Arbeitsstelle finden.

Job Coaching!
Junge mit bescheidenem Bildungsrucksack in die Arbeitswelt zu integrieren verlangt wohl einen pädagogischen Ansatz. Ein Mentoring für die Jungen und ihre Lehrmeister würde beiden Seiten die Einarbeitung in die Berufswelt erleichtern. Denkbar wäre, dass ältere Arbeitnehmende diese Aufgabe des Job Coaching übernehmen. Das fördert das Verständnis zwischen den Generationen. Das Seco signalisiert Bereitschaft für ein Modell der Anstossfinanzierung für diese zeitlich limitierte Einstiegsbegleitung – auf was warten wir also noch?

Betriebs– und Ausbildungspraktika schaffen!
Bei allem Verständnis für gewisse Bedenken gegenüber einer staatlichen Mitfinanzierung von Betriebs- und Ausbildungspraktika, die Chancen der Jungen sind wichtiger! Junge Menschen mit abgeschlossener Ausbildung dürfen wir nicht in die Leere entlassen. Sie brauchen Möglichkeiten, Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und sich weiter zu qualifizieren. Darum müssen Bund und Kantone Möglichkeiten finden, bildungsinaktive Betriebe für befristete Praktikums- oder Beschäftigungsplätze zu gewinnen. Nur mit gut gemeinten Appellen an die Wirtschaft ist nichts zu erreichen. Es braucht ein aktives Marketing für Praktikumsplätze, und eine fachliche und administrative Unterstützung für Verbundlösungen. Und es braucht finanzielle Anreize. Die Schaffung von solchen Möglichkeiten bedeuten gerade für KMU’s erhebliche zusätzliche Anstrengungen Dies gilt es zu respektieren mit staatlichen Beihilfen und mit einer grösst möglichsten Entlastung von allfälligem Administrativkram! Jugendarbeitslosigkeit ist eine soziale Zeitbombe. Wir sollten alles unternehmen, um den Jungen neue Perspektiven zu eröffnen. Wir sind es ihnen und uns schuldig.

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