Sich mehr Gehör verschaffen

  • 30. Januar 2017
  • Aktuell
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An der Präsidialkonferenz der FSP ermunterte Bea Heim, SP-Nationalrätin und Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, die Psychologinnen und Psychologen dazu, mehr Präsenz zu zeigen und ihre Expertise einzubringen. Das Wichtigste aus Bea Heims Rede.

von AURÉLIE DESPONT

Nationalrätin Bea Heim begann ihr Referat vor den Präsidentinnen und Präsidenten der Gliedverbände mit der Entstehungsgeschichte des Bundesgesetzes über  die Psychologieberufe (PsyG). In der Diskussion, die der Ausarbeitung des Gesetzes voranging, hätten die harten Wirtschaftsvertreter von der grossen Bedeutung der psy- chischen Gesundheit und vom hochsensiblen Problem- feld der psychischen und psychosomatischen Leiden ge- sprochen und bestätigt, dass Menschen in psychischen Ausnahmesituationen ein Anrecht auf hochprofessionelle Hilfe hätten und dass die Qualität der Behandlung durch den Titelschutz gesetzlich geregelt und gesichert wer- den müsse. Dies sei niemandem besser bewusst als den Psychologinnen und Psychologen, die mit den betrof- fenen Personen arbeiteten. Es läge an ihnen, der Politik die Bedeutung der psychischen Gesundheit zu verdeut- lichen.

Bea Heim unterstrich, dass die Förderung der psychischen Gesundheit aus Sicht der Linken eine Selbstverständlichkeit sei. Früherkennung und Prävention sind wichtig, da sich mit ihnen Einsparungen erzielen lassen. Zwar spreche sie im Zusammenhang mit Erkrankungen nicht gerne über Kosten, doch die Nationalrätin räumte ein: «Politik ist vor allem ein Kampf der verschiedenen

Interessen, ein Kampf ums Geld. Denn die finanziellen Mittel des Staates sind immer knapp, und sollten sie einmal nicht knapp sein, wird schnell dafür gesorgt, dass sie es wieder werden.» Bea Heim sagte weiter, dass das Anliegen der Psycholog(inn)en nach einer Neuregelung der psychologischen Psychotherapie «absolut verständ- lich ist bei einem Berufsstand, der so hohen Qualifikationsanforderungen zu genügen hat wie der Ihrige.» Doch sie schwor die Anwesenden ein: «Sie müssen sich wohl auf einen längeren Kampf vorbereiten, und sich vor allem auf einen ökonomischen Disput einlassen.»

Schliesslich ermunterte die Nationalrätin die Psychologinnen und Psychologen dazu, sich vermehrt öffentlich  zu äussern und ihre Expertise bei aktuellen Themen wie Machtkämpfen, Migration oder der mit dieser zusammenhängenden Xenophobie einzubringen. «Ich wünschte mir, so ich denn in diesem Rahmen überhaupt einen Wunsch äussern darf, Sie würden mit Ihrer Fachlichkeit uns, die in der Politik stehen, die Mechanismen, die zu Abschottung und Fremdenfeindlichkeit führen, aufzeigen – und gleich noch die Rezepte dagegen liefern.» Ein Auf- ruf an die Adresse der Psychologinnen und Psychologen, sich mit ihrer Stimme und ihrer Expertise mehr Gehör  und Verständnis zu verschaffen.

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